Hühner von Welt
- Helmuth Santler

- 20. Juli
- 1 Min. Lesezeit

Der Name ist Programm: Das große Buch der Hühner ist mit jegliche Bücherregal-Dimensionen sprengenden 375 × 275 mm eine echte bibliothekstechnische Herausforderung. Es war aber auch Zeit, die Nachfahren der Dinosaurier zu würdigen, die den Menschen seit 8.000 Jahren mit Fleisch, Eiern und, je nach Geschlecht, friedvollem Gegacker oder mehr oder minder nervigem, immer viel zu frühzeitigem Gekrähe begleiten. Es gibt schließlich viel zu lernen: Der zweitältesten „Sport“art der Welt (nach Boxen), dem Hahnenkampf, verdanken wir das Wort Cockpit (cock für Hahn und pit, die Grube, für den Kampfplatz). Hähne krähen umso mehr, je kleiner sie sind – ein männliches Kompensationsverhalten, das sich auch beim Menschen beobachten lässt (übrigens mit bis zu 140 Dezibel, lauter als eine Polizeisirene). Kunterbunt geht es um die Welt – das Huhn in den Religionen, in Sprichworten, auf dem Teller, Kamm- und Federnmodeschau, Hühnisch und Hähnisch. Letzteres in Form von kikeriki in unzähligen Sprachen von Afrikaans (Koekeloekoe!) bis Türkisch (U-ürü-üüü!). Prachtvoll illustriert! Miss Huhn, Ihr Auftritt bitte!
Evelien De Vlieger, Jan Hamstra, „Das große Buch der Hühner“. EUR 29,– / 80 S. Gerstenberg, Hildesheim 2025

Im Standard, 18. 7. 2026



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