top of page

Licht der dunklen Sonne

Aktualisiert: 30. Juni


Buchcover Cornelia Franz, „Scheinland“. Die Titelbuchstaben in Weiß auf violettem Hintergrund werfen Schatten in altdeutscher Schrift

Daniel sieht sich als Querdenker und fühlt sich nirgends zugehörig. Sein Bestreben, in unserer Zeit der Informations-Konstruktion zu so etwas wie Wahrheit zu finden, ist von wenig Erfolg gekrönt. Zudem findet sich niemand, mit dem er sich darüber austauschen kann. In dieses Vakuum stößt eine E-Mail eines gewissen Steffen. Nach anfänglicher Skepsis entsteht ein intensiver Austausch über Medienmacht, Konsumismus, Naturausbeutung und globale Politik. Schließlich lädt Steffen Daniel auf seinen „Sonnenhof“ ein, wo er mit seiner Familie ein unabhängiges Leben führen will. Steffens Selbstsicherheit, seine klare Vision imponieren dem Studenten und er ignoriert die deutlichen Warnsignale, bis Steffen offen seine rechtsradikale Haltung zeigt. Daniel erleidet ob seiner Naivität eine Gewissenskrise – und stellt weitere Nachforschungen an. Ab hier wird es für ihn lebensgefährlich und der Text zu einem atemlosen Thriller-Showdown.

Plakativ und bei aller realpolitischen Brisanz mit Unterhaltungswert, ist Scheinland der empathische Versuch, auch solche zu erreichen, die Information allein nicht zugänglich sind.


Cornelia Franz, „Scheinland“. € 14,40 / 192 S. Carlsen, Hamburg 2026



Zeitungsausschnitt der Standard, Rezension von Cornelia Franz, „Scheinland“ von Helmuth Santler

Im Standard, 20.06.2026

Kommentare


bottom of page