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Steinharte Zeiten

Aktualisiert: 2. Juli


Buchcover von Davide Morosinotto, "Die dunkle Stunde des Jägers": roter Himmel, Vollmond, Dschungel und riesenhafter schwarzer Bär, auf dessen Kopf ein steinzeitlicher Jäger sitzt

Ein ganzer Stamm kommt bei einem Feuer um. Nur Roqi und fünf weitere Jugendliche überleben, schaffen es allein aber nicht, in der unbarmherzigen Steinzeitwelt zu bestehen. Sich einem anderen Stamm anzuschließen scheint die Rettung, bringt aber gänzlich neue Probleme mit sich. Mit dem Kunstgriff, Tiere nach Eigenschaften zu benennen („Giganten“, „Schreckensvogel“), erzeugt Morosinotto ein Gefühl der Naturnähe, in dem auch das Ausgeliefert-Sein mitschwingt: Das Überleben muss der Welt abgerungen werden, Tag für Tag aufs Neue. Sich in diesem harschen, strikt ritualisierten Umfeld zu behaupten, fällt besonders Roqi schwer; er wird die bitteren Früchte seines egozentrischen Verhaltens ernten. Sich mehr zu nehmen, als einem zusteht, ist freilich nicht bloß Roqis Problem, erinnert es doch sehr an das Verhalten der ganzen Menschheit, damals wie heute. Ein spannendes, nachdenklich stimmendes Leseabenteuer, das lange nachschwingt.


Davide Morosinotto, „Die dunkle Stunde des Jägers“. € 15,50 / 288 S. Thienemann-Esslinger-Verlag, Stuttgart 2022



Zeitungsausschnitt aus der Standard, Buchrezension von Davide Morosinotto, „Die dunkle Stunde des Jägers“

Im Standard, 26.8.23

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