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Total Control


Buchcover von Sarah Raich: Equilon, diagonal zweigeteilt: oben eine idealisierte Welt mit. der Silhouette einer Frau vor Palmen, alles ist in strahlend türkises Licht getaucht; unten die Erdhalbkugel als lebensfeindliche Wüste.

New Valley: das gelobte Land. Und Jenna hat es geschafft, hat den Score erreicht, der ihr Zugang gewährt zur „Einen Milliarde“. Während es im Großteil des kranken Planeten schon ein Emissionsverbrechen darstellt, eine Kerze anzuzünden, leben hier die „beautiful people“ in perfekter, computergesteuerter Harmonie und schwelgerischem Luxus. Alles dank Equilon, dem Algorithmus, der den Lauf der Welt bestimmt.

So überdrüber fantastisch, wie New Valley beschrieben ist, ist sehr bald sehr klar, dass etwas faul ist unter der glitzernden Oberfläche. Zumal wir parallel das Schicksal von Dorian aus Old L.A. verfolgen, der kurz davorsteht, die Grundlosigkeit des San-Andreas-Grabens der Aussichtslosigkeit seines Daseins vorzuziehen. Die kleine Maggie bringt ihn davon ab und bald verbindet die beiden eine schicksalshafte Gemeinschaft.

Trotz etwas gar plakativer Gesellschaftskritik überzeugt die Klimadystopie Equilon mit detailliertem Weltentwurf, feiner Charakterzeichnung und dramatischer, actionreicher Story. Und dass die Bösen sich MegaGoods nennen, passt einfach zu gut in unsere Zeit der Fake News und Message Control.


Sarah Raich, „Equilon“. € 16,50 / 400 S. dtv, München 2023


Zeitungsausschnitt der Standard, Rezension von Sarah Raich, „Equilon“ von Helmuth Santler

Im Standard, 5.1.24

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