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VEB Horch und Guck


Buchcover Maja Nielsen, "Das falsche Leben". Jugendlicher geht an braunoranger Wand entlang, im Hintergrund Gebäude, unten wächst Blume aus Pflaster.

Hannover, 1979: Von jetzt auf gleich macht sich die ganze Familie Raufeisen auf den Weg in die DDR. Der angeblich todkranke Opa ist aber nicht der Grund für die überstürzte Flucht in den Osten: Der Vater ist einer von tausenden Industriespionen in der BRD, der nach seiner Enttarnung versucht, der Verhaftung im Westen zu entgehen. Doch das Leben in Ostdeutschland zwischen totaler Überwachung, Fahnenappellen und Wehrkunde und Weitwurf mit Handgranaten in der Schule und dem Verbot von irgendwie allem, was im Entferntesten an Freiheit erinnert, ist nicht nur für die Söhne unerträglich. Auch des Vaters idealistisches Bild vom Sozialismus zerbricht an den realen Gegebenheiten. Doch wie aus der Festung DDR wieder entkommen? Maja Nielsen erzählt packend die wahre Geschichte der Raufeisens aus der Perspektive des 16-jährigen Thomas: Der brutale Kulturschock wirft ein denkbar grelles Licht auf die ebenso absurden wie lebensgefährlichen Verhältnisse in einem sterbenden Staat. Ein lebendiges Stück Zeitgeschichte, ein Dokudrama und, auch dank eines ausführlichen Glossars, bestens für den Unterricht geeignet.


Maja Nielsen, „Das falsche Leben“. € 15,50 / 192 S. Gerstenberg, Hildesheim 2025



Zeitungsartikel, Buchrezension im Standard von Helmuth Santler zu Maja Nielsen, "Das falsche Leben"

Im Standard, 31.8.2025

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