Weisheit mit Hochspannung
- Helmuth Santler

- 24. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Apr.

Eine Elefantenherde verlässt ihren Lebensraum im Süden Chinas und zieht unbeirrbar nach Norden. Das unerklärliche Faszinosum schlägt jedoch bald in Entsetzen um, Dörfer werden zerstört und Menschen bedroht. Nur der Zoologe Peter setzt sein eigenes Leben aufs Spiel, um das der Elefanten zu retten. Währenddessen ist sein verhasster Vater Abel einem uralten Rätsel in Teotihuacán in Mexiko auf der Spur: Warum verließen die ursprünglichen Bewohner vor 1.000 Jahren ihre Stadt, wenn nichts auf Kriege oder Umweltkatastrophen deutet? Und was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Mit fiebrigem Leseeifer verfolgt man die archäologische Schatzsuche, die Indiana Jones blass aussehen lässt, stellt sich mit Peter panischen Dickhäutern, fanatischen Großwildjägern und einem engstirnigen Provinzgouverneur entgegen, der die gesamte Herde auslöschen will. Rache-der-Natur-Thriller? Öko-Dystopie? Könnte man meinen; die teils auf verblüffenden und gut recherchierten Fakten beruhende, extrem spannende Handlung ist im Kern vielmehr ein Plädoyer für die Einsicht, dass Mensch und Natur eins sind – und es wieder werden müssen.
Thilo Winter, „Die Herde“. € 18,50 / 448 S. Lübbe, Köln 2025

Im Standard, 24.1.26



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