So macht man das
Aufwendig und bibliophil produzierte, inhaltlich herausragende Kindersachbücher im XXL-Format (hier: 37 × 27 cm) sind das Markenzeichen des Verlags Gerstenberg, der sich damit aufopferungsvoll dem Zeitgeist entgegenstemmt: Buch statt Bildschirm, analoge Seriosität statt KI-halluzinierter digitaler Schnipsel. Heraus kommt ein ums andere Mal Infotainment der prächtigsten Art, so auch bei dieser Reise durch zehn Fabriken: Wie macht man Cornflakes, Tennisbälle, Kaugummi, Feuerwerk, Seife, Schokolade …? Dazu gibt es jeweils einen amüsanten Einleitungstext, eine wimmelbildartig illustrierte doppelseitige Prozessdarstellung sowie erlesene und mit viel Witz grafisch begleitete Kuriositäten zum Thema: das lauteste Stöhnen beim Tennismatch (Maria Sharapova, 101 dB), die teuerste Frühstücksflocke (1.350 USD, hatte die Form des US-Bundesstaats Illinois) oder was sich aus gekauten Kaugummis machen lässt (Handyhüllen, Kaffeetassen, Schuhsohlen). Und weil es so gut dazupasst, wird am Ende noch erklärt, wie dieses Buch entstand. Fazit: ein Fest für Wissbegierige von 8 bis 88 zum Immer-wieder-(gemeinsam)-Lesen.
Pieter Gaudesaboos, Bart Rossel, „Wie macht man das?“. € 28,80 / 80 S. Gerstenberg, Hildesheim 2025